Reisetagebuch Südafrika


 

10. Mai. 2006

Ich war für 10 Tage mit einem jungen Ehepaar aus Queenstown  in der Gegend von  Durban bzw. in Kwazulu Natal unterwegs. Colin (39) gehört zum örtlichen Rotary-Club. Seine Frau heisst Anne Lise (31) und das superschnuckelige Baby Christine (3 Monate) war auch dabei.

Wir fuhren nach Port Edward , wo wir Colins Eltern besuchten. Port Edward liegt gut 1 1/2 Autostunden südlich von Durban. Port Edward ist ein typischer Badeort am Indischen Ozean ohne besondere Höhen und Tiefen. Das nahe liegende Umtamvuna-Naturreservat ist bekannt für seine spektakuläre Landschaft, Vogelwelt und vielen seltsamen Pflanzenarten.

Der Küstenabschnitt zwischen Durban und Port Edward wird als die Südküste der Provinz KwaZulu Natal bezeichnet. Wegen des milden, subtropischen Klimas ist ganzjähriges Baden im warmen Indischen Ozean möglich.

Am 4. Tag fuhren wir zum Ferienhaus von Ann Lieses Eltern – leider kann ich mich nicht mehr  den Namen des Dorfs erinnern. Jedenfalls lernte ich dort außer Ann Lieses Eltern auch ihre 3 Geschwister kennen: die Zwillinge Brigitte und Elisabeth (21) und ihren schnuckeligen Bruder Marc (25).

Von hier aus machten wir einen Tagesausflug nach Durban .

Durban hat einen besonderen Charme – ein bisschen mystisch, mit goldenen Sandstränden und subtropischem Grün am warmen Indischen Ozean und ist heutzutage einer der beliebtesten Küstenferienorte  für das südliche Afrika. Eingebettet in 1000 Hügel mit einem fantastischen Umland wie den Drakensbergen, Gamereserves mit einer Vielfalt an Tieren des Zulu-Buschs, historischen Schlachtfeldern und endlos langen Stränden hat Durban für jeden etwas zu bieten.

Eine Stadt auf Zulu-Land gebaut, wo traditionelle kriegerische Tänzer auf östliche Feuerläufer und koloniales Erbe Treffen. Eine vor Lebendigkeit vibrierende Stadt, in der man die besten Curries ausserhalb von Indien und einen Kalender vollgestopft mit aufregenden Events findet.

 

Wenn man von Kwazulu - Zululand spricht, muss man auch von den mutigsten aller Krieger, den Zulu erzählen.

Hier könnt Ihr etwas über ihre Geschichte und ihre Bräuche erfahren:

 Click here for Zulus

 

 

Durban ist eine sportverrückte Stadt, in der unzählige Sportevents aller Art – und vor allem Wassersport-Events veranstaltet werden. Die Strände Durbans zählen eindeutig zu Surfer’s Paradise. Während in früheren Jahren immer wieder Surfer von Haien angegriffen wurden, ist die Küste heute durch Netze vor Haiangriffen weitgehend geschützt.

 

Und für die, die mit Sport nichts anfangen können, gibt’s immer noch das Spielkasino. Abends verwandelt sich Durban in eine elegante in künstliches Licht getauchte Welt für alle, die das Nachtleben lieben.

Ausserdem hat Durban einen wichtigen wirtschaftlichen und industriellen Stellenwert, begünstigt durch einen der größten Häfen des afrikanischen Kontinents.

Durban nennt man auch Südafrika’s indische Stadt. Die Inder wurden von ins Land geholt, um als Landarbeiter die „unwilligen“ Zulus zu ersetzten. Die geschäftstüchtigen Asiaten merkten jedoch bald, dass man in der Stadt mehr verdienen kann. Heute sind in Durban die meisten verantwortungsvollen Posten von Indern besetzt. Mit den Menschen kam auch ihre Kultur ins Land und so gibt es das ganze Jahr über immer neue typisch indische Veranstaltungen oder solche mit indischem Ursprung.

Am nächsten Tag ging es zurück nach Port Edward, wo wir übernachteten, bevor wir am nächsten Tag nach Pietermaritzburg fuhren. Dort ist der eigentliche Wohnsitz von Ann Lieses Eltern.

Als die Voortrekker 1837 die fruchtbaren Hügel am Msindusi-Fluss erreichten, beschlossen sie, hier die Hauptstadt ihrer Republik "Natalia" anzulegen. Sie nannten die Siedlung nach ihren ersten Trek-Führern Pieter Retief und Gerrit Maritz. Sechs Jahre später übernahmen die Engländer die Stadt und errichteten hier ihr koloniales Verwaltungszentrum für die Provinz Natal. Der Einfluss der Briten ist denn auch überall in der Stadt sichtbar, vor allem natürlich in den prachtvollen Kolonialbauten im edwardianischen und viktorianischen Baustil. Herausragend ist die aus roten Klinkern errichtete City Hall aus dem Jahre 1893 mit ihrem 47 Meter hohen Glockenturm. Pietermaritzburg galt einst als "letzte Bastion des British Empire", wenngleich die Stadt heute deutlich afrikanisch geprägt ist.

Auch im neuen Südafrika ist nicht etwa Durban, sondern das kleine Pietermaritzburg mit seinen rund 350.000 Einwohnern Verwaltungssitz von Kwazulu-Natal. Die Funktion der Hauptstadt teilt Pietermaritzburg allerdings mit Ulundi, dem Zentrum der ehemaligen Zulu Homelands.

Wir machten nochmals einen Tagesausflug nach Durban . Aber diesmal nur zum Shoppen. Wir waren in einer riesigen Mall und auf dem Indischen Markt. Da möchte ich unbedingt nochmal hin. Hier kann man super billig einkaufen.

  

Von dort aus fuhren wir am nächsten morgen nach Mooi River , einer kleinen Stadt in Kwazulu Natal, die 1389 m über dem Meeresspiegel liegt. Mooi River liegt in der Mitte zwischen Pietermaritzburg und Ladysmith, etwa 160 km von der Küste entfernt. Die ersten afrikaanischen Siedler (Buren) waren von diesem hübschen Fleckchen Erde so begeistert, dass sie es „Mooi“ nannten, also „schön“. Und man kann sich denken, dass die Stadt an einem Fluss - River - liegt. Weiter flussaufwärts  befinden sich die „Mooiriver Falls“, die erst dann richtig eindrucksvoll sind, wenn der Fluss viel Wasser führt.

Eigentlich fuhren wir nach Treverton, einem Ortsteil von Mooi River, der aber fast ausschließlich aus einem riesigen College mit Internat und Sportanlagen, Pferdeställe und Reitgelände, hauseigenes Wildgehege, Kapelle und Verwaltungsgebäuden besteht. (www.treverton.co.za)

    

Während meines 2-tägigen Aufenthalts an der Schule habe ich ein paar neue Freunde gefunden. Untergebracht wurde ich im Internatsbereich. Ich habe auch am Schulsport teilgenommen. Als ich mir das Hockeyspiel gegen ein Team aus Zimbabwe angesehen habe, musste ich an meinen Gastbruder Tapiwa denken. Was der wohl so treibt?

 

Ach ja, und ein Theaterstück habe ich mir angeschaut: „Moses and the magic...hastenichgesehn...“

Nach 2 wunderschönen Tagen ging es dann weiter nach Jo’burg (Johannesburg). Dort wohnten wir bei Freunden von Anne Lise und Colin. Ich konnte zum ersten Mal in Südafrika ein bisschen deutsch sprechen, denn der Freund von Colin ist deutscher Abstammung. Ich fand es toll, dass er mir Johnnesburg aus der Sicht eines Einheimischen gezeigt hat. War ein ganz schöner Unterschied zu meinem letzten Besuch. Da gab es nicht nur Sehenswürdigkeiten und Schönes zu sehen, sondern wir waren auch da, wo’s richtig „dreckig“ ist.

 

Von Johannesburg fuhren wir dann zurück nach Queenstown und jetzt bin ich voll im Stress wegen der Vorbereitungen für den Matric Dance - den Abitur Ball. Muss doch alles organisiert werden...Strähnchen beim Friseur, Fingernagelstudio, den Rolls Royce für die Fahrt, Termin mit der Kosmetikerin vereinbaren, das Kleid muss aufgebügelt werden...und das alles bis Samstag Abend...ächz...Stress!

 

13.  Mai 2006

Erste Impressionen vom Matric-Dance / Abitur-Ball

Also, ich war schon ganz schön aufgeregt, als die Fotos gemacht wurden – und das war noch vor dem Ball!

 

Die Fahrt im Rolls Royce war genial. Will ich auch haben!

An den Weg vom Auto in den Ballsaal kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern.Ich weiß nur, dass ich  so aufgeregt war, dass ich die Leute rechts und links vom „roten Teppich“ gar nicht gesehen habe. Viele haben mich gefragt, ob ich sie gesehen habe, sie hätten mich gerufen – ganz ehrlich? Blackout!!!

 

16.  Mai 2006

Heute habe ich im Auftrag von Rotary in der Funktion als Botschafterin Deutschlands eine einheimische Schule besucht, die ausschließlich von schwarzen Schülern besucht wird.

Ich habe über unser Land, meine Heimatstadt Bonn, meine Schule, meine Freunde, mein Zuhause und meine Familie referiert. Na, zumindest ist niemand während meinem Vortrags eingeschlafen

Im Anschluss stellte ich die - eigentlich rethorische - Frage, ob noch jemand Fragen habe. Da kamen dann so Fragen wie: ...hast du einen Freund?....kann ich deine Telefonnummer haben....tztztzz, damit hatte ich nicht gerechnet

19.  Mai 2006

Heute Nachmittag haben wir - die Abschlussklasse - in einer Modenschau noch mal die Ballkleider in der Schule vorgeführt. War lustig. Ich liebe mein Kleid.

Und heute Abend fahre ich zusammen mit Megan und ein paar Freunden zu unserem gemeinsamen Freund Kevin, der außerhalb von Queenstown auf einer Farm lebt und nur während der Woche bei seinen Großeltern in Queenstown wohnt.

 

22.  Mai 2006

Das Wochenende war echt schön, auch wenn wir eigentlich auf der Farm nur gechillt haben. Freitag Nachmittag wurden wir zur Farm von Kevin Eltern gebracht. Wir haben gegessen, gechattet, sind aufs Dach geklettert und haben Sterne beobachtet, sind zum See spaziert...wie schon erwähnt. Hier war Chillen angesagt.

Am nächsten Mittag sind wir zusammen mit Kevin zurück nach Queenstown gefahren und haben bei seinen Großeltern noch ein paar DVDs geguckt. Und schon war das Weekend vorbei.

Heute, morgen und übermorgen nehme ich am Unterricht an der Nkwanca Public High School teil. Einerseits interessant, da eine neue Erfahrung, auf der anderen Seite aber trotzdem ziemlich langweilig.

Freitag werde ich an einer anderen Schule noch einmal meine Präsentation vorführen und nächste Woche helfe ich ein paar Tage lang einer Lehrerin (ebenfalls Rotarierin) an der Primary School bei Unterricht aus. Darauf freue ich mich schon.

Heute Abend bin ich bei Freunden zu den Feierlichkeiten anlässlich der Ernennung von Mr Mike Miller (Stuart's Vater) zum neuen Rotary-Präsidenten des Lukhanji Sunset Rotary Clubs eingeladen. Ganz förmlich im kleinen Schwarzen.

 

 

 

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